20140724 Notfallsan Ergaenzungspr 450px Landesweit erste Ergänzungsprüfung für Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern

Am 24. Juli 2014 fand die landesweit erste Ergänzungsprüfung für Ret-tungsassistenten zu Notfallsanitätern statt. Seit Anfang des Jahres gilt das neue Notfallsanitätergesetz (NotSanG), das unter anderem eine Höherqualifizierung von Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern vorsieht (§ 32 NotSanG, Ergänzungsprüfung). Deutschlandweit einmalig ist, dass sich in Baden-Württemberg die verschiedenen Rettungsdienstschulen zusammengeschlossen haben: Die Prüfung für alle Schulen findet gemeinsam unter dem Dach der Schule des DRK in Pfalzgrafenweiler statt.

„Ich freue mich sehr, dass Landespolitik und Arbeiter-Samariter-Bund die Umsetzung des Notfallsanitätergesetzes gemeinsam auf den Weg gebracht haben“, sagt die neue ASB-Landesvorsitzende Sabine Wölfle, MdL. „Ich wünsche mir, dass es auch künftig eine so gute und enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Rettungsdienstorganisation geben wird.“ Dass das Notfallsanitätergesetz eine Bereicherung für den Rettungsdienst ist, erklärt der stellvertretende ASB-Landesgeschäftsführer Daniel Groß: „Es ist wichtig für den Rettungsdienst, dass das Gesetz nun umgesetzt wird, und wir sind bestrebt, alle unsere Rettungsassistenten rasch zu Notfallsanitätern auszubilden.“ Es bedeute eine Qualitätsverbesserung für die Beschäftigten, und es sei ein Meilenstein für die Versorgung der Bevölkerung, so Groß.
 
Der ASB Baden-Württemberg wird in den nächsten Jahren alle seine Rettungsassistenten, gleichgültig ob sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig sind, zu Notfallsanitätern weiterqualifizieren. „Ich bin froh, dass der Landesvorstand bereits im Januar unmittelbar nach der Umsetzung des Notfallsanitätergesetzes diese Entscheidung getroffen hat. Das schafft Sicherheit für die Beschäftigten und verdeutlicht die Wichtigkeit der Mitarbeiter für den ASB“, so Wölfle. Daniel Groß erklärt die Besonderheit der Ergänzungsprüfung so: „ In der Ergänzungsprüfung zum Notfallsanitäter geht es weniger um Fachkompetenz. Hier stehen eher Methodenkompetenz und soziale Fertigkeiten im Mittelpunkt, das ist der große Unterschied zur Ausbildung und Prüfung beim Rettungsassistenten.“ Bei einer entsprechenden Vorbereitung der Prüflinge sieht Groß aber keine Schwierigkeiten, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ASB die Prüfung bestehen.
 
Eine Besonderheit der Ergänzungsprüfung in Baden-Württemberg ist, dass sich hier die Rettungsdienstschulen zu einer Schulgemeinschaft zusammengeschlossen haben und ein gemeinsames Curriculum entwickelt haben, das demnächst auch im Buchhandel verfügbar ist.
 
Hintergrundinformationen
Die Ausbildungssituation im Rettungsdienst bis zum 31.12.2013:
Die Ausbildung zum/r Rettungsassistenten/in gemäß Rettungsdienstgesetz an der Rettungsdienstschule dauerte ein Jahr, und schloss mit einer staatlichen Prüfung ab. Im Anschluss wurde ein 12monatiges Praktikum mit einem Umfang von mindestens 1.600 Stunden absolviert. Rettungssanitäter/innen haben eine mindestens 520-stündige Ausbildung gemäß Bund-Länder-Richtlinien hinter sich.
 
Die Ausbildungssituation im Rettungsdienst nach dem neuen NotSanG, seit 1.1.2014:
Nach dem neuen Gesetz wird der Beruf des/r Rettungsassistenten/in abgeschafft, und durch den/die höherwertigen Notfallsanitäter/in ersetzt. Die Ausbildung zum/r Notfallsanitäter/in dauert drei Jahre. Bis zum 31.12.2014 kann eine begonnene Ausbildung zum/r Rettungsassistenten/in beendet werden. Rettungsassistenten/innen können, je nach Berufserfahrung nach vorherigem Ergänzungslehrgang, eine Ergänzungsprüfung zum/r Notfallsanitäter/in ablegen.

Über die Besetzung der Rettungsfahrzeuge entscheiden in Deutschland die Bundesländer. In Baden-Württemberg ist die Besetzung im Rettungsdienstgesetz (RDG) Baden-Württemberg geregelt(§ 9 RDG).

Der Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Baden-Württemberg e.V. bildet unter dem Dach seiner Landesschule unter anderem Rettungshelfer, Rettungssanitäter und Notfallsanitäter in seiner Franz Anton Mai-Schule (FAMS) am Standort Mannheim aus.
 
 
 
20140724 Notfallsan Ergaenzungspr 450pxDer stellvertretende ASB-Landesgeschäftsführer Daniel Groß (Mitte) bei der Gratulation der beiden frischgebackenen ASB-Notfallsanitätern Joachim Volz (Links) und Matthias Klausmeier (rechts).

(Foto: ASB/BW)