Neujahrsempfang

„Dass ich in meinem 90. Lebensjahr zu Ihnen gekommen bin, ist ein Dankeschön“, sagte Erhard Eppler. „Nicht nur an den ASB, sondern auch an die Stadt Heilbronn, mit der mich ein Gefühl der Dankbarkeit verbindet.“ Auf dem Neujahrsempfang unter dem Motto „Zündstoff“ des ASB Region Heilbronn-Franken begeisterte der ehemalige Heilbronner Bundestagsabgeordnete und Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit mit einer tiefgründigen Rede sein Publikum. Bereits in seiner Begrüßung nahm Rainer Holthuis, Geschäftsführer des ASB Region Heilbronn-Franken, den Begriff der Solidarität und der Verantwortung des ASB innerhalb der Gesellschaft auf und richtetet gespannt den Blick auf Epplers Ansprache.

Eppler nahm den Begriff „Gutmensch“, der 2015 zum Unwort des Jahres gewählt wurde auf.

Er kritisierte, dass jene, die solidarisch handeln und anderen Menschen Zuwendung schenken, durch die Wortwahl des Gutmenschen abgewertet würden. „Gutmensch ist zum Schimpfwort geworden“, sagte Eppler. „Dabei darf man im Wettbewerb nicht vergessen, dass der Konkurrent immer auch ein Helfer und ein Freund ist.“ Eppler mahnte, die sogenannte Leistungsgesellschaft müsse da ansetzen, wo wirklich Außergewöhnliches geleistet werde und dies fange in der Solidarität an. „Ohne Solidarität wird unsere Gesellschaft zur Hölle!“. Als Ausweg bietet Eppler „ein Volk der guten Nachbarn“ an. Wer bei sich selbst und im Kleinen anfängt, zu helfen und zu unterstützen, sei schon nahe an einer solidarischen Gesellschaft.

 

Auch für Europa zeichne sich eine düstere Prognose ab: „Ich kann mich an keine Zeit erinnern, in der es so schlecht um Europa stand“, sagte der 89-Jährige. Das Auseinanderdriften zwischen Ost und West, die Herausforderung in der Flüchtlingshilfe und die Ausrichtung auf den Wettbewerb in der aktuellen Politik gingen auf Kosten der Solidarität. Jedoch werde für ein handlungsfähiges Europa eine Gesellschaft benötigt, in der es ein Miteinander und ein Füreinander gebe. „Der ASB ist ein wunderbares Zeugnis für eine Gruppe von Menschen, die, als sie selbst Hilfe benötigen, auch über die Solidarität für andere Menschen nachdachte“, sagt Eppler.

Rainer Holthuis griff den Gedanken des solidarischen Handelns innerhalb des ASB auf und kündigte für 2016 den Bau einer neuen Rettungswache in Ilsfeld und eines Seniorenheimes in Sontheim an der Brenz sowie einer neuen Geschäftsstelle in Lauffen an.

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 Neujahrsempfang Foto: ASB BW

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In der Stationären Pflege gibt es in Baden-Württemberg derzeit 67 ASB-Einrichtungen mit über 4.100 Pflegeplätzen und 25 ambulante Pflegedienste. Der ASB versorgt 63 betreute Wohnanlagen mit insgesamt 2.372 Wohneinheiten, hat rund 6.200 Hausnotruf-Anschlüsse und verteilt jährlich rund 500.000 Essen auf Rädern. Im Rettungsdienst betreibt der ASB 42 Rettungswachen in 22 Rettungsdienst-bereichen.
Der ASB beschäftigt in Baden-Württemberg zurzeit mehr als 3.500 hauptamtliche Mitarbeiter, hinzukommen 1.100 geringfügig Beschäftigte und insgesamt 760 Auszubildende, Praktikanten, Studenten, Trainees und Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr. Ca. 2.900 Menschen engagieren sich ehrenamtlich für den ASB. Der ASB ist parteipolitisch neutral. Er ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Weitere Informationen unter www.asb-bw.de.