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Die weltweite Corona-Pandemie hat auch Deutschland voll erfasst. Diese nie zuvor dagewesene Situation bringt fundamentale Einschnitte im privaten, im öffentlichen und im beruflichen Leben. Niemand weiß, wie stark die Auswirkungen auf die Gesellschaft und auf jeden Einzelnen sein werden und wie lange die Situation andauern wird. Wir haben unseren Umgang mit der Corona-Pandemie und das, was uns wichtig ist, in einem Positionspapier festgehalten.

 

Was wir wissen ist,

 

  • dass 60% bis 70% der Bevölkerung sich infizieren werden, also zwei von drei Menschen. Bei einem Teil davon wird der Verlauf schwerer sein und es werden auch Menschen daran sterben.
  • dass die Versorgung der Erkrankten – insbesondere der schweren Verläufe – besser gelingen wird, je langsamer die Infektionen voranschreiten.
  • dass sich mit der Verlangsamung der Pandemie auch entscheidet, ob die Systeme der Gesundheitsversorgung, der pflegerischen Versorgung und der Notfallversorgung die Herausforderung meistern.

Die Ungewissheit macht vielen Menschen Angst. Menschen, Institutionen und Unternehmen sind unsicher, wie sie der Krise begegnen können.

 

Der ASB ist als Hilfsorganisation in dieser Zeit in besonderer Form gefordert. Seit seiner Gründung verfolgt der ASB das Ziel, Menschen in Notsituationen zu helfen. 

Mit seinen Leistungen stellt er gerade jetzt eine tragende Säule der Gesellschaft dar. Sie wird nur weiter funktionieren, wenn die Hilfestrukturen für Schwache und Hilfebedürftige auch dann aufrechterhalten werden, wenn andere Strukturen zusammenbrechen. Der ASB ist „systemrelevant“.

 In dieser außergewöhnlichen und auch bedrohlichen Situation besteht die Gefahr, dass das Krisenmanagement von Ministerien, Ämtern und Behörden in weiten Bereichen versagt:

Schon jetzt werden wichtige Entscheidungen über den Betrieb von Pflegeeinrichtungen, Rettungsdiensten und Bevölkerungsschutz nach unten dele-giert. Die Menschen, die an der Basis arbeiten, sind mit Entscheidungen konfrontiert, die sie nicht treffen können. Ihnen wird damit Verantwortung übertragen, die sie nicht tragen können.

Für uns geht es um die schwierige Frage, wie wir einerseits unsere MitarbeiterInnen schützen und andererseits die Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten können.

Der ASB Baden-Württemberg hat sich dazu entschlossen, die Herausforderungen der Krise anzunehmen. Zu handeln, Verantwortung zu übernehmen und die wichtigsten Entscheidungen von der Einrichtungsebene auf die Ebene des gesamten ASB Baden-Württemberg e.V. zu heben.

 

Was wir jetzt tun:

 

  • Alle Entscheidungen, die für unsere Arbeit notwendig sind, werden getroffen. Wenn nicht von gesetzlicher Seite, dann von uns. Für diese Entscheidungen stehen wir ein.
  • Wir schützen unsere pflege- und hilfsbedürftigen Menschen mit allen Mitteln, die wir zur Verfügung haben. Durch unsere MitarbeiterInnen, durch das erforderliche Material, durch Regelungen und Handlungsleitlinien, die Sicherheit geben.
  • Wir schützen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir wägen alle Gefährdungen sorgfältig ab, mit denen sie in ihrer Arbeit konfrontiert sind und leiten geeignete und erforderliche Maßnahmen ein.
  • Die Grenzen zwischen beruflichen und privaten Interessen verschwimmen in diesen Tagen. Die Fürsorge endet nicht mit dem Feierabend oder mit dem Verlas-sen des Arbeitsplatzes. Wir nutzen alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um unsere MitarbeiterInnen in die Lage zu versetzen, beide Seiten in Einklang bringen.
  • Wir informieren und kommunizieren transparent, offen und ehrlich. Wir machen keine Versprechungen, die wir nicht halten, wecken keine Hoffnungen, die wir nicht teilen.

 

 Die ASB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestimmen den Erfolg aller Bemühungen

 

  • Wie die Corona-Pandemie im Land und weltweit gemeistert wird, hängt davon ab, ob sich genügend Menschen finden, die mehr im Gemeinschaftsinteresse als im Eigeninteresse handeln.
  • Wir halten alle unsere Beschäftigten zur Vorsicht an und klären über die möglichen Schutzmaßnahmen auf. Für alle Fragen und Unsicherheiten stehen alle Leitungskräfte beratend zur Verfügung und bieten jede mögliche Unterstützung.
  • Wir bitten alle im ASB beschäftigen Menschen, Verantwortung für sich selbst und gleichermaßen für die uns anvertrauten hilfsbedürftigen Menschen wahrzunehmen.
  • Die Arbeitsbelastung wird in vielen Einrichtung auf allen Ebenen und in allen Bereichen zeitweise noch mehr ansteigen. Bei der Bewältigung dieser schwierigen Situation sind wir vor allem auf die Solidarität aller gegenüber den Kolleginnen und Kollegen angewiesen.
  • Wir haben Vertrauen und glauben daran, dass jeder sein Bestes gibt. Wer krank ist, ist krank und bleibt bitte zuhause. Wer gesund ist, kommt zur Arbeit.

 Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Engagement. Ohne sie wäre die Bewältigung der Lage nicht möglich.

Der ASB und alle seine Beschäftigten können an den Herausforderungen wachsen. Auf unseren Beitrag im weltweiten Kampf gegen das Corona-Virus können wir alle stolz sein.

 

Das Positionspapier als PDF

 Störer wir helfen hier und jetzt