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In den vergangenen Wochen ist das Bewusstsein vieler für das, was Pflegekräfte in Kliniken und Altenhilfe leisten, stark gewachsen. Zahlreiche Stimmen aus Politik und Gewerkschaften loben das besondere Engagement der Mitarbeitenden in den Pflegeeinrichtungen und machen sich stark für eine wohlverdiente Prämie. Leider ist nicht geklärt, wer diese Prämie bezahlen soll. Um die Enttäuschung der Mitarbeitenden in den Pflegeeinrichtungen nicht noch größer werden zu lassen, fordert der Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg e.V. die Vertreter von Bund, Ländern und der Kassen auf, schnellstmöglich eine tragbare Finanzierung zu finden.

 


Wir unterstützen es, dass bereits festgelegt wurde, dass die Kosten nicht zu Lasten der Bewohnerinnen und Bewohner in den Einrichtungen gehen können. Auch gemeinnützige Träger, die keine Gewinne machen dürfen, sollen nicht belastet werden. Die Pflegekassen weigern sich nun zurecht die Mehrkosten von über einer Milliarde Euro allein zu tragen.

Es ist uns nicht verständlich, dass nicht im Vorfeld großer Ankündigungen geklärt wird, wer durch Sonderprämien anfallende Mehrkosten bezahlen soll. Das geht allein zu Lasten der pflegenden Mitarbeitenden, da geweckte Erwartungen eventuell nicht erfüllt werden können. Lobenswert ist vor diesem Hintergrund die bayerische Landesregierung, die handelt, Fakten schafft und an die Mitarbeitenden je nach Stellenumfang bis zu 500 Euro unbürokratisch ausbezahlt.

Wir wissen das Engagement und die wichtige Arbeit von Pflegenden und Rettungsdienstlern zu schätzen und haben daher seit Jahren einen Tarifvertrag, der dauerhaft gute Arbeitsbedingungen und eine adäquate Entlohnung sichert. Wir stellen uns auch nicht gegen Sonderprämien, sofern die Finanzierung gesichert ist. Sie zeigen, dass Leistung gesehen und gewürdigt wird und sind ein gutes Mittel, um Dank auszusprechen und Mitarbeitende weiter für ihre wichtige Arbeit zu motivieren.

Nachdem alle Mitarbeitenden große Erwartungen an Politik und Pflegekassen haben, fordert der ASB Baden-Württemberg e. V., dass schnellstmöglich eine Lösung für die Auszahlung einer Pflege-Prämie für alle Mitarbeitenden in den stationären und ambulanten Altenpflegeeinrichtungen sowie auch für die Mitarbeitenden im Rettungsdienst gefunden wird.

 

 Hintergrund

Seit Jahrzehnten bezahlt der Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg seine Mitarbeitenden in Pflege, Rettungsdienst und allen anderen Leistungsbereichen nach Tarif. Der in den 1980er Jahren geltende Tarifvertrag (BAT) wurde abgelöst durch den Tarifvertrag der Länder (TVL). Seit 2007 gilt der TVL-ASB, der allen Mitarbeitenden gute und verlässliche Arbeitsbedingungen sowie eine adäquate Entlohnung sichert.

 

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 Störer wir helfen hier und jetzt

 

   

 

Die vom ASB Bundesverband mitgegründete Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) hat sich gestern mit Verdi auf einen Tarifvertrag verständigt, der zur Jahresmitte eine einmalige Sonderzahlung von 1.500 Euro für Beschäftigte in der ambulanten und stationären Pflege vorsieht. Für Auszubildende ist eine Sonderzahlung von 900 Euro vorgesehen. Die Sonderzahlung soll eine Anerkennung für die besondere Belastung in der Corona-Krise sein. Der ASB Baden-Württemberg e.V. ist kein Mitglied im BVAP, da er schon seit 2007 einen eigenen gültigen Tarifvertrag mit Verdi hat. Wir können die Zusage zur Sonderzahlung nicht geben, da nicht abschließend geklärt ist, wer die Kosten trägt.