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Zum Internationalen Tag der Pflegenden (12.05.) fordern der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg und der Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Aufwertung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege. Die in der Corona-Krise gestiegene Anerkennung der Pflegekräfte sei eine Chance, den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Hierfür sei eine nachhaltige und solidarische Finanzierung erforderlich, die nicht zu Lasten der Pflegbedürftigen und ihrer Angehörigen gehen dürfe.

 

„Die Corona-Pandemie hat uns allen gezeigt, was für eine zentrale Bedeutung Pflegekräfte zur Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems aber auch an Systemrelevanz für die Gesellschaft haben“, betont Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. „Wir müssen die gestiegene Anerkennung nutzen, um die Attraktivität der Pflegeberufe auch durch eine angemessene Bezahlung nachhaltig zu erhöhen. Pflegende haben eine hohe Arbeitsbelastung und tragen große Verantwortung bei einer im Vergleich geringeren Entlohnung“, ergänzt die Vorstandsvorsitzende. Auch wenn das Krisenmanagement auf allen politischen Ebenen derzeit noch im Vordergrund stehe, müssten diese Schritte jetzt eingeleitet werden. „Ist die Krise erst einmal überstanden, laufen wir Gefahr, dass die aktuelle Bereitschaft für eine finanzielle Besserstellung von Pflegepersonal wieder sinkt“, so Wolfgramm.

„In den vergangenen Wochen ist das Bewusstsein vieler für das, was Pflegekräfte in Kliniken und Altenhilfe leisten, gewachsen. Es geht nun darum, diese gesteigerte Wertschätzung für die Berufe in der Pflege und die Leistungen der Pflegenden über die Zeit der Corona-Pandemie hinaus zu bewahren“, betont Lars-Ejnar Sterley, Landesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes Baden-Württemberg e.V. „Wir fordern deshalb die Vertreter von Bund, Ländern und der Kassen auf, in einen dauerhaften Dialog über die Relevanz der Pflege zu treten. Wenn wir als Gesellschaft künftig für derartige Ausnahmezustände gewappnet sein wollen, müssen wir dafür sorgen, dass der Pflegeberuf attraktiver wird und genügend junge Menschen sich für eine Zukunft in der Pflege entscheiden. Dazu gehört neben einem Tarifvertrag, wie wir ihn haben, die Ausbildung attraktiv zu gestalten. Vor allem vor dem Hintergrund der generalistischen Ausbildung muss gewährleistet sein, dass die Altenhilfe gestärkt wird. Dazu gehören ein ausgewogenes Curriculum, gesicherte Praxiseinsätze und gute Arbeitsbedingungen“, so Sterley.

 

Hintergrundinformationen:

Löhne und Gehälter in systemrelevanten Berufen bundesweit

Der Medianwert der insgesamt in der Lohnspiegeldatenbank erfassten 17.000 Beschäftigen in systemrelevanten Berufen in Baden-Württemberg beträgt 2.304 €uro im Monat. Damit verdienen die Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen im Schnitt 30 Prozent weniger, als die übrigen Berufsgruppen mit 3.291 €uro im Monat. (Quelle: Löhne und Gehälter in systemrelevanten Berufen: Gebraucht und geschätzt, aber unter Wert! – Stand Mai 2020 – verfügbar unter: https://www.iat.eu/discussionpapers/download/IAT_Discussion_Paper_20_04.pdf

 

DER PARITÄTISCHE Baden-Württemberg

Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg ist einer der sechs anerkannten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege. Er ist weder konfessionell, weltanschaulich noch parteipolitisch gebunden. Der Verband steht für Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe und wendet sich gegen jegliche Form sozialer Ausgrenzung. Ihm sind in Baden-Württemberg über 880 selbständige Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 4.000 sozialen Diensten und Einrichtungen angeschlossen sowie rund 50.000 freiwillig Engagierte. Ihm gehören 226 Mitgliedsorganisationen aus dem Bereich „Ältere Menschen und Pflege“ an. Weitere Informationen unter www.paritaet-bw.de

 

Wir helfen hier und jetzt.

Der ASB Baden-Württemberg e.V. ist als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation politisch und konfessionell ungebunden. Wir helfen allen Menschen – unabhängig von ihrer politischen, ethnischen, nationalen und religiösen Zugehörigkeit. Der ASB in Baden-Württemberg hat rund 170.000 Mitglieder in 20 Gliederungen. Schwerpunkte sind Stationäre und ambulante Pflege, Notfallrettung und Krankentransport. Im Rettungsdienst betreibt der ASB 48 Rettungswachen in 22 Rettungsdienstbereichen. Weitere Aufgaben des ASB sind Breitenausbildung, Sanitätsdienst und Katastrophenschutz, Mobile Soziale Dienste, Betreutes Wohnen, Hausnotruf, Essen auf Rädern, Behindertenhilfe, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Der ASB beschäftigt in Baden-Württemberg rund 6.000 Mitarbeiter Etwa 2.900 Menschen engagieren sich ehrenamtlich für den ASB. Der ASB ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Weitere Informationen unter www.asb-bw.de.

 

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